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Pressemitteilung

Teil 3: Die Anfangsjahre: Wohnen und Arbeiten in Lülsdorf

Nach Gründung der Wildermann Werke 1912 dauerte es nur anderthalb Jahre, ehe mit Ende der Baumaßnahmen die Produktion in Lülsdorf aufgenommen werden konnte. Schritt für Schritt wurden nach Inbetriebnahme der Elektrolyse am 7. April 1914 die Wasserstoffkompression, der Gasometer, die Laugeeindampfung und -einschmelze sowie die Chlorkalkproduktion in Betrieb genommen.

Drei Wochen vor Produktionsbeginn fuhr der erste Zug über die in unglaublich kurzer Zeit von acht Monaten neu errichtete Trasse von Troisdorf-West nach Lülsdorf. Somit war auch der Abtransport der in Lülsdorf produzierten Güter sichergestellt.

Neben dem Bau dieser Anlagen mussten für die Mitarbeiter möglichst in Werksnähe Unterkünfte gefunden werden. Dies war erforderlich, weil es in den umliegenden Ortschaften nicht genügend Mitarbeiter mit entsprechender Qualifikation gab und die Firmenleitung daher vermehrt „Externe“ anwarb. Doch an Komfort war seinerzeit nicht zu denken. So erfolgte die Unterbringung der Arbeiter anfänglich noch in provisorischen Baracken. Die Herausforderung einer geordneten Unterbringung der Beschäftigten zwang die Firma daher zu raschem Handeln. Noch im Dezember 1914 wurde deshalb die Genehmigung für den Bau einer „zerlegbaren transportablen Arbeiterunterkunftsbaracke“ erteilt. Bei dieser Unterkunft handelte sich um das später mehrfach umgebaute und bis 1989 betriebene, „alte“ Kasino. Doch diese erste Maßnahme konnte nur als Provisorium dienen.

Um den Mitarbeitern eine dauerhafte Perspektive zu bieten, war der Bau von festen Unterkünften unumgänglich. Noch Ende 1914 wurde sodann mit dem Bau einer werkseigenen Häuserkolonie begonnen. Mit dieser ersten Baumaßnahme bot die Wildermann-Kolonie zunächst 13 Familien eine Unterkunft. Es handelte sich dabei um die westlich der Deutz-Mondorfer-Straße liegenden Häuser Nr. 1 bis 25. Zu dieser Zeit war Dr. Wilhelm Lang Direktor des Werks. Er war der erste, der wenig später in der Direktoren-Villa an der Deutz-Mondorfer-Straße (heute: Porzer Straße) wohnte.

Doch die erste Wildermann-Kolonie konnte den Wohnungsbedarf nicht decken, weshalb ab 1916 weitere Wohneinheiten geschaffen wurden. Bis 1919/20 wurden die Häuser Deutz-Mondorfer-Straße Nr. 27/29 sowie Lindenstraße (heute: Liebigstraße) Nr. 1 bis 16, Nr. 18 und Nr. 22 fertig gestellt. Hier wohnten Angestellte, „Beamte“ genannt, Meister und Handwerker. Den Mitarbeitern fehlte es jedoch an Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Deshalb entschloss sich die Werksleitung rechts neben dem Haus Deutz-Mondorfer-Straße Nr. 2 eine Baracke zu errichten, die im Volksmund „Bethalle“ genannt wurde. Hier trafen sich die Koloniebewohner regelmäßig zu geselligen Veranstaltungen und Tanzabenden. Man fühlte sich als große Familie und war füreinander da. Bald entwickelten sich jedoch Spannungen zu den Einheimischen, welche die meist zugezogenen Werksangehörigen um ihre großzügigen, komfortablen Wohnungen und ihr geregeltes Einkommen beneideten.

Deshalb wurde ein kultureller Austausch zwischen den Einheimischen und den Arbeitern angestrebt. So gründete Josef Winter zusammen mit etlichen sangesfreudigen Werksangehörigen am 16. März 1920 den „Männergesangverein der Deutschen Wildermann- Werke Lülsdorf am Rhein“. Der Verein trug zur Gestaltung vieler Festlichkeiten bei und ist noch heute ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens der Stadt Niederkassel.

Arbeiter auf dem Weg von der Häuserkolonie in das Werk

Arbeiter auf dem Weg von der Häuserkolonie in das Werk

Gruppenbild vor einer der Arbeiterbaracken

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Arbeiter auf dem Weg von der Häuserkolonie in das Werk.

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Gruppenbild vor einer der Arbeiterbaracken

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