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Pressemitteilung

Wirtschaftliche Eckdaten: 1. Halbjahr 2012 / 2. Quartal 2012

Essen, 8. August 2012
  • Vorstandsvorsitzender Klaus Engel: "Wir sind in rauer werdender See auf Kurs."

  • Erfreuliche operative Geschäftsentwicklung im 1. Halbjahr 2012:

    • Mit 6,9 Milliarden € weiterhin organisch stabiler Konzernumsatz – aufgrund des Carbon-Black-Verkaufs 8 Prozent unter Vorjahr

    • Bereinigtes EBITDA mit 1.366 Millionen € und bereinigtes EBIT mit 1.049 Millionen € erneut auf hohem Niveau

    • Weiterhin sehr gute bereinigte EBITDA-Marge von 19,7 Prozent

  • Konzernergebnis mit 533 Millionen € leicht über hohem Vorjahresniveau

  • Sachinvestitionen um 31 Prozent gesteigert – Wachstumsprojekte vorangetrieben

  • Ausblick Gesamtjahr 2012 bestätigt: Leicht höherer Umsatz sowie operative Ergebnisse auf oder leicht über dem hervorragenden Niveau von 2011 erwartet


Essen. "Unser operatives Geschäft läuft nach wie vor gut. Wir sind in rauer werdender See auf Kurs", sagte Klaus Engel, Vorstandsvorsitzender von Evonik Industries, heute anlässlich der Vorstellung der wirtschaftlichen Eckdaten für das 2. Quartal und das 1. Halbjahr 2012. Bereinigt um die Effekte aus dem im Juli 2011 verkauften Carbon-Black-Geschäft erreichten die operativen Ergebnisse fast die Spitzenwerte der ersten Jahreshälfte 2011 und der Umsatz übertraf diese leicht. "Obwohl die Rahmenbedingungen schwieriger werden und die Risiken zunehmen, sind wir für unser Spezialchemiegeschäft weiterhin zuversichtlich. Aber es darf jetzt kein weiterer konjunktureller Knick dazukommen", erklärte Engel. "Wir werden die bereits im Frühjahr 2012 eingeleiteten Maßnahmen im Rahmen des Effizienzsteigerungsprogramms On Track 2.0, unser Kostenmanagement sowie unsere Wachstumsziele konsequent weiterverfolgen", betonte er. 

Geschäftsentwicklung im 1. Halbjahr 2012 

Die operative Geschäftsentwicklung war im 1. Halbjahr 2012 erneut erfreulich, wenngleich sich in einigen Geschäften gegen Ende des 2. Quartals die Nachfrage insbesondere aus Europa leicht eintrübte. 

Evonik erzielte mit 6.935 Millionen € im 1. Halbjahr 2012 einen organisch stabilen Konzernumsatz: der Mengenrückgang um 2 Prozentpunkte wurde durch höhere Verkaufspreise (+2 Prozentpunkte) ausgeglichen. Infolge sonstiger Effekte - im Wesentlichen die Entkonsolidierung von Carbon Black - von minus 10 Prozentpunkten sowie einem positiven Währungseinfluss von 2 Prozentpunkten ging der Umsatz gegenüber Vorjahr (7.577 Millionen €) insgesamt um 8 Prozent zurück.
 
Das bereinigte EBITDA1 erreichte 1.366 Millionen €. Der Rückgang um 9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (1.497 Millionen €) ist auf die nicht mehr enthaltenen Ergebnisbeiträge von Carbon Black sowie eine leichte Nachfrageabschwächung zurückzuführen. Die bereinigte EBITDA-Marge lag mit 19,7 Prozent auf dem sehr guten Niveau des 1. Halbjahres 2011 (19,8 Prozent). Das bereinigte EBIT verringerte sich um 10 Prozent auf 1.049 Millionen € (Vorjahr: 1.164 Millionen €). 

Die Bereinigungen von minus 81 Millionen € betrafen insbesondere Wertminderungen auf Vermögenswerte des Segments Resource Efficiency infolge der hohen Wettbewerbsintensität in der Fotovoltaikindustrie. Das Ergebnis vor Ertragsteuern der fortgeführten Aktivitäten verringerte sich um 7 Prozent auf 793 Millionen € (Vorjahr: 852 Millionen €). Das Ergebnis vor Ertragsteuern der nicht fortgeführten Aktivitäten von 14 Millionen € enthielt im Wesentlichen nachlaufende Erträge aus früheren Verkäufen von Randaktivitäten. Das Konzernergebnis erhöhte sich um 2 Prozent auf 533 Millionen € gegenüber Vorjahr (525 Millionen €). Das um nicht-operative Effekte bereinigte Konzernergebnis blieb mit 602 Millionen € um 21 Prozent unter dem Vorjahreswert von 765 Millionen €, der noch einen deutlichen Ergebnisbeitrag von Carbon Black enthielt.

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit der fortgeführten Aktivitäten erreichte mit 389 Millionen € fast den Vorjahreswert von 400 Millionen €. Der Ergebnisrückgang wurde weitgehend durch einen geringeren Anstieg des Nettoumlaufvermögens ausgeglichen.
Die Sachinvestitionen stiegen gegenüber dem 1. Halbjahr 2011 um 31 Prozent auf 391 Millionen € (Vorjahr: 299 Millionen €). Die Nettofinanzverschuldung erhöhte sich gegenüber dem Jahresende 2011 um 459 Millionen € auf 1.302 Millionen €. Maßgeblich hierfür waren vor allem die rege Investitionstätigkeit sowie die im April 2012 gezahlte Dividende für 2011 von 425 Millionen €, während der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit gegenläufig wirkte. 

Wachstumsprojekte weiter vorangetrieben 

Evonik hat im 1. Halbjahr 2012 wichtige Wachstumsprojekte vorangetrieben. In Schanghai (China) legte das Unternehmen den Grundstein für die Produktion von Isophoron und Isophorondiamin; hierfür investiert Evonik bis 2014 mehr als 100 Millionen €. Isophoron und Isophorondiamin sind wichtige Bestandteile für die Herstellung von Industrieböden und von Rotorblättern für Windkraftanlagen. Ebenfalls in China legte Evonik in Jilin den Grundstein für eine Wasserstoffperoxid-Anlage. Auch dort investiert das Unternehmen insgesamt mehr als 100 Millionen €. Die Fertigstellung der Anlage ist für den Jahreswechsel 2013/2014 geplant. Anfang August 2012 startete Evonik mit einem symbolischen Spatenstich den Bau eines neuen Methioninkomplexes in Singapur. Die erste Anlage im Weltmaßstab für das Futtermitteladditiv im Wachstumsmarkt Asien bildet mit mehr als 500 Millionen € die bislang größte Einzelinvestition der Spezialchemie. Zur biotechnologischen Produktion des Futtermitteladditivs Biolys® wird Evonik neue Anlagen in Südamerika und Osteuropa errichten. Am US-Standort Blair ist zudem die Fertigstellung der Anlagenerweiterung noch für 2012 geplant. Das gesamte Investitionsvolumen in Biolys® umfasst rund 350 Millionen €. Zudem hat Evonik in Saudi-Arabien jeweils ein Joint Venture zur Produktion sowie zur Vermarktung von Superabsorber in den dynamisch wachsenden Märkten des Nahen Ostens gegründet.

Erfreuliche Geschäftsentwicklung setzte sich im 2. Quartal 2012 fort 

Der Konzern-Umsatz ging im 2. Quartal 2012 vor allem durch die Entkonsolidierung des im Juli 2011 verkauften Carbon-Black-Geschäfts insgesamt um 9 Prozent auf 3.479 Millionen € zurück (Vorjahresquartal: 3.821 Millionen €). Organisch erreichte der Umsatz bei leicht verringerten Absatzmengen (-1 Prozent) und stabilen Verkaufspreisen fast das Niveau des Vorjahresquartals. Das bereinigte EBITDA des Konzerns erreichte 674 Millionen €. Der Rückgang um 7 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal (726 Millionen €) beruht fast vollständig auf dem nicht mehr enthaltenen Ergebnisbeitrag von Carbon Black. Die bereinigte EBITDA-Marge lag mit 19,4 Prozent weiterhin auf sehr gutem Niveau. Das bereinigte EBIT ging um 8 Prozent auf 516 Millionen € zurück (Vorjahresquartal: 560 Millionen €). Das Konzernergebnis stieg gegenüber dem Vorjahresquartal (94 Millionen €) deutlich auf 264 Millionen €. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass der Vorjahreswert durch hohe Einmalaufwendungen im Zusammenhang mit Unternehmensverkäufen geprägt war. Das um diese nicht-operativen Effekte bereinigte Konzernergebnis verringerte sich um 131 Millionen € auf 270 Millionen €. 

Entwicklung in den Segmenten im 1. Halbjahr 2012

Consumer, Health & Nutrition 

Das Segment Consumer, Health & Nutrition produziert Spezialchemie schwerpunktmäßig für Anwendungen in Konsumgütern, in der Tierernährung und im Pharmabereich. Das Segment umfasst die Geschäftsbereiche Consumer Specialties sowie Health & Nutrition.
Der Umsatz stieg im 1. Halbjahr 2012 bei leicht höheren Mengen und Verkaufspreisen sowie positiven Währungseffekten gegenüber Vorjahr um 6 Prozent auf 2.086 Millionen € (Vorjahr: 1.977 Millionen €). Die operativen Ergebnisse verbesserten sich leicht gegenüber den sehr guten Werten des ersten Halbjahres 2011: Das bereinigte EBITDA erhöhte sich um 1 Prozent auf 543 Millionen € (Vorjahr: 536 Millionen €) und das bereinigte EBIT um 2 Prozent auf 481 Millionen € (Vorjahr: 473 Millionen €). Die bereinigte EBITDA-Marge lag mit 26,0 Prozent weiter auf sehr hohem Niveau (Vorjahr: 27,1 Prozent).

Resource Efficiency 

Das Segment Resource Efficiency bietet Lösungen für umweltfreundliche und energieeffiziente Produkte. Dem Segment sind die beiden Geschäftsbereiche Inorganic Materials sowie Coatings & Additives zugeordnet.
Der Umsatz sank im 1. Halbjahr 2012 insbesondere aufgrund des Verkaufs des Carbon-Black-Geschäfts um 31 Prozent auf 1.651 Millionen € (Vorjahr: 2.376 Millionen €). Ohne Berücksichtigung von Carbon Black nahm der Umsatz um 2 Prozent ab, wozu vor allem rückläufige Mengen beitrugen. Die operativen Ergebnisse verringerten sich im 1. Halbjahr 2012 aufgrund der nicht mehr enthaltenen Ergebnisbeiträge von Carbon Black sowie einer Abschwächung der Nachfrage. Insgesamt ging das bereinigte EBITDA um 27 Prozent auf 340 Millionen € (Vorjahr: 467 Millionen €) und das bereinigte EBIT um 32 Prozent auf 266 Millionen € (Vorjahr: 391 Millionen €) zurück. Die bereinigte EBITDA-Marge verbesserte sich von 19,7 Prozent im Vorjahr auf 20,6 Prozent. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass das im Vorjahr noch enthaltene Carbon-Black-Geschäft eine unterdurchschnittliche bereinigte EBITDA-Marge aufwies.

Specialty Materials 

Im Mittelpunkt des Segments Specialty Materials steht die Herstellung von polymeren Werkstoffen, deren Vorstufen sowie von Additiven. Das Segment umfasst die Geschäftsbereiche Performance Polymers und Advanced Intermediates.
Der Umsatz lag im 1. Halbjahr 2012 mit 2.503 Millionen € leicht über der Höhe des Vorjahres von 2.493 Millionen €. Hierbei glichen höhere Verkaufspreise und positive Währungskurseffekte den Mengenrückgang aufgrund geringerer Nachfrage sowie des Produktionsausfalls durch den Brand in der CDT-Anlage (Marl) aus. Die Ergebniseinbußen durch die Folgen des Brands werden in den operativen Ergebnissen durch Versicherungserstattungen weitgehend kompensiert. Die operativen Ergebnisse blieben aufgrund des Nachfragerückgangs insbesondere aus Europa unter den sehr guten Vorjahreswerten: Das bereinigte EBITDA verringerte sich um 5 Prozent auf 452 Millionen € (Vorjahr: 477 Millionen €) und das bereinigte EBIT um 6 Prozent auf 375 Millionen € (Vorjahr: 397 Millionen €). Die bereinigte EBITDA-Marge ging dementsprechend von 19,1 Prozent im Vorjahreshalbjahr auf 18,1 Prozent zurück. 

Services

Das Segment Services erbringt vor allem Konzerndienstleistungen für die Spezialchemie-Segmente und für das Corporate Center. Es erzielt vorwiegend Innenumsätze mit dem operativen Chemiegeschäft, in geringerem Umfang auch für Dritte.
Im 1. Halbjahr 2012 erzielte das Segment Services einen Gesamtumsatz von 1.358 Millionen €, hiervon entfielen 857 Millionen € auf Innen-umsätze. Der Außenumsatz stieg um 6 Prozent auf 501 Millionen €.
Das bereinigte EBITDA nahm um 11 Prozent auf 97 Millionen € zu, das bereinigte EBIT um 15 Prozent auf 54 Millionen €.

Real Estate 

Das Segment Real Estate, das Evonik mittelfristig vollständig abgeben will, konzentriert sich auf die Vermietung von Wohnraum an private Haushalte in Nordrhein-Westfalen.
Real Estate umfasst neben dem eigenen Wohnungsbestand von Evonik auch einen 50-prozentigen Anteil an der THS. Seit dem 1. Januar 2012 haben Evonik und THS die operative Bewirtschaftung ihrer Wohnungsbestände in dem Gemeinschaftsunternehmen Vivawest Wohnen GmbH gebündelt. Als Folge dessen entfällt ein Teil der bisher durch das Segment erwirtschafteten Umsatzerlöse. Diese werden seit Jahresbeginn im at-Equity bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen Vivawest Wohnen erfasst und somit nicht mehr als Umsatz des Segments ausgewiesen. Die operativen Ergebnisse bleiben hiervon im Wesentlichen unberührt.
Der Umsatz verringerte sich daher im 1. Halbjahr 2012 gegenüber dem Vorjahr um rund 50 Prozent auf 100 Millionen € (Vorjahr: 198 Millionen €). Die operativen Ergebnisse blieben unter den Vorjahreswerten, die von einem Sondereffekt aus der Neubewertung aktiver latenter Steuern im At-Equity-Ergebnis der THS in Höhe von 20 Millionen € begünstigt waren. Infolgedessen ging das bereinigte EBITDA um 23 Prozent auf 87 Millionen € (Vorjahr: 113 Millionen €) und das bereinigte EBIT um 28 Prozent auf 64 Millionen € zurück. 

Ausblick für das Geschäftsjahr 2012 

Beim Ausblick für 2012 ist zu berücksichtigen, dass das Carbon-Black-Geschäft bis zu seinem Verkauf Ende Juli 2011 in den Werten des Jahres 2011 enthalten war. Zur besseren Vergleichbarkeit hat Evonik bei dem Ausblick um das Carbon-Black-Geschäft bereinigte Werte zu Grunde gelegt. 

Die politischen und gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten haben zugenommen: Die Risiken aus der europäischen Staatsschuldenkrise haben sich nach Einschätzung von Evonik vergrößert; in Europa sind bereits Nachfragerückgänge spürbar. Zudem haben sich die Wachstumsaussichten in Europa sowie einigen Schwellenländern eingetrübt. 

Trotzdem ist Evonik für sein Spezialchemiegeschäft weiterhin zuversichtlich. Angesichts des anspruchsvolleren Umfelds wird der Konzern die bereits eingeleiteten Maßnahmen im Rahmen des Effizienzsteigerungsprogramms On Track 2.0, sein Kostenmanagement sowie seine Wachstumsziele konsequent weiterverfolgen. Insgesamt geht Evonik für das Gesamtjahr 2012 von einem leicht höheren Umsatz aus. Die operativen Ergebnisse werden voraussichtlich auf oder leicht über dem hervorragenden Niveau von 2011 liegen.

Kontakt

Barbara Müller

Leiterin Konzernpresse

  • 1 Mit Blick auf die bei Vergleichsunternehmen üblichen Bezeichnungen wurden 2012 das neutrale Ergebnis, EBITDA (vor Sondereinflüssen) und EBIT (vor Sondereinflüssen) in Bereinigungen, bereinigtes EBITDA und bereinigtes EBIT umbenannt, ohne jedoch die Zusammensetzung dieser Positionen zu ändern. Zusätzlich werden weitere um die Bereinigungen angepasste Kennzahlen ermittelt, darunter auch das bereinigte Konzernergebnis.

  • Informationen zum Konzern

    Evonik, der kreative Industriekonzern aus Deutschland, ist eines der weltweit führenden Unternehmen der Spezialchemie. Profitables Wachstum und eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes stehen im Mittelpunkt der Unternehmensstrategie. Die Aktivitäten des Konzerns sind auf die wichtigen Megatrends Gesundheit, Ernährung, Ressourceneffizienz sowie Globalisierung konzentriert. Evonik profitiert besonders von seiner Innovationskraft und seinen integrierten Technologieplattformen.

    Evonik ist in mehr als 100 Ländern der Welt aktiv. Über 33.000 Mitarbeiter erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz von rund 14,5 Milliarden € und ein operatives Ergebnis (bereinigtes EBITDA) von rund 2,8 Milliarden €.

  • Rechtlicher Hinweis

    Soweit wir in dieser Pressemitteilung Prognosen oder Erwartungen äußern oder unsere Aussagen die Zukunft betreffen, können diese Prognosen oder Erwartungen der Aussagen mit bekannten oder unbekannten Risiken und Ungewissheit verbunden sein. Die tatsächlichen Ergebnisse oder Entwicklungen können je nach Veränderung der Rahmenbedingungen abweichen. Weder Evonik Industries AG noch mit ihr verbundene Unternehmen übernehmen eine Verpflichtung, in dieser Mitteilung enthaltene Prognosen, Erwartungen oder Aussagen zu aktualisieren.