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Der steigende Fischverzehr weltweit wird zunehmend aus Aquakulturen bedient.
Der steigende Fischverzehr weltweit wird zunehmend aus Aquakulturen bedient.
Produkte & Lösungen

Nachhaltige Tierernährung

Gut für Mensch und Meer

Durchbruch in der Forschung zum Schutz der Ressourcen im Meer: Veramaris – ein 50:50-Joint-Venture mit DSM produziert Omega-3-Fettsäuren aus natürlichen Meeresalgen und macht die Lachszucht damit nachhaltiger.

Die Nachfrage nach Fisch steigt – besonders in Entwicklungs- und Schwellenländern. Fisch ist ein kostengünstiges tierisches Lebensmittel und eine ideale Proteinquelle für den Menschen. Kaltwasserfische wie der Lachs sind zudem Lieferanten der für die menschliche Gesundheit wichtigen Omega-3-Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure).
Der Fischverzehr ist in den vergangenen Jahrzehnten auf rund 20 Kilogramm pro Kopf und Jahr gestiegen. Da die Wildfänge seit den Neunzigerjahren allerdings auf einem Niveau von rund 90 Millionen Tonnen pro Jahr stagnieren, wird dieses Wachstum aus Aquakulturen bedient. Nach Schätzung der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) dürfte der Anteil aus Aquakulturen im Jahr 2030 bereits bei circa 60 Prozent liegen.
Bei der Fütterung der Fische in Aquakulturen spielen Fischmehl und Fischöl eine Schlüsselrolle. 16 Millionen Tonnen Sardellen und andere kleine Fische werden jährlich gefangen, um daraus 5 Millionen Tonnen Fischmehl und 1 Million Tonnen Fischöl zu machen – eine Menge, die sich kaum noch steigern lässt. Denn 30 Prozent der Fischbestände weltweit gelten laut FAO als überfischt.

Kommerziell genutzte Fischbestände weltweit
Kommerziell genutzte Fischbestände weltweit

Weltweit gelten 33 Prozent der kommerziell genutzten Fischbestände als überfischt, 60 Prozent als maximal genutzt. Quelle: WWF, Juli 2018

Im Bewusstsein dessen ist es in den vergangenen Jahren gelungen, den Anteil mariner Ressourcen im Fischfutter massiv zu senken und damit die Nachhaltigkeit der Aquakultur entscheidend zu verbessern. Die Vision ist, Fisch künft ig völlig ohne den Einsatz mariner Ressourcen zu züchten. Man könnte salopp sagen, den Lachs zum Vegetarier werden zu lassen. Es gibt heute bereits Diäten, die ohne Fischmehl auskommen. Ein Verzicht auf Fischöl ist dagegen nicht möglich – noch nicht.

Was Fischöl so wertvoll für die Aquakultur macht, sind die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA. Sie sind sowohl für den Lachs als auch für den Menschen lebensnotwendig und können von beiden nicht selbst gebildet, sondern müssen über die Nahrung aufgenommen werden. Um aber auf jegliche marinen Ressourcen verzichten zu können, braucht es eine alternative Quelle von EPA und DHA.
Evonik hat gemeinsam mit dem niederländischen Unternehmen Royal DSM eine Antwort darauf gefunden: Algenöl. Dieses Öl enthält mehr als 50 Prozent EPA und DHA. Ursprünglich stammen die Omega-3-Fettsäuren aus Meeresalgen, gelangen über die Nahrungskette in den Lachs und so schließlich zum Menschen. Warum also nicht einfach die natürliche Nahrungskette überspringen und die wertvollen Omega-3-Fettsäuren direkt mithilfe von Algen gewinnen? Nur ein Kilogramm Algenöl liefert dieselbe Menge an Omega-3-Fettsäuren wie 60 Kilogramm Fisch.
Um das Algenöl im kommerziellen Maßstab herzustellen, haben Evonik und Royal DSM ein Joint Venture gegründet: Veramaris. Veramaris kann inzwischen etwa 15 Prozent des aktuellen Jahresbedarfs an EPA und DHA in der gesamten Lachszucht industrie decken können.
Dies ist nicht nur gut für den Lachs und den Menschen, sondern trägt dazu bei, unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu schonen und das nachhaltige Wachstum der Aquakulturindustrie zu ermöglichen. Evonik unterstützt in diesem Zusammenhang die Vereinten Nationen bei der Umsetzung der „Global Goals for Sustainable Development“, insbesondere bei dem Ziel 14: „Leben unter Wasser“. Denn eine Aquakultur, in der Futter mit möglichst wenig marinen Ressourcen eingesetzt wird, hilft dabei, unsere wachsende Weltbevölkerung mit wertvollem Protein zu versorgen und gleichzeitig das Leben und seine Vielfalt im Meer zu schonen.