Verantwortung

Geschichte der Desinfektion

Neue Antworten auf neue Herausforderungen

Im Dezember 2019 melden chinesische Behörden der Weltgesundheitsorganisation, dass es in der Stadt Wuhan auffällig viele Patienten mit Lungenentzündung gebe. Der lokale Ausbruch entwickelt sich relativ rasch zur Pandemie: Nur wenige Wochen später hat die durch das Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöste Lungenkrankheit COVID-19 die Welt fest im Griff.

Ende Januar 2020 erklärt die Weltgesundheitsorganisation wegen der zunehmenden Ausbreitung von SARS-CoV-2 den internationalen Gesundheitsnotstand. Forscher aller Nationen beginnen mit der Suche nach Impfstoffen und Arzneimitteln, die der Krankheit COVID-19 Einhalt gebieten können. Regierungen erlassen Einreiseverbote und Kontaktbeschränkungen, um die Virusverbreitung auszubremsen. Die Beschaffung dringend benötigter Schutzausrüstung – von der Atemmaske bis zum Desinfektionsmittel – wird zu einer wichtigen staatlichen Aufgabe. Viele Wirtschaftsunternehmen stellen sich in kürzester Zeit auf die neue Situation ein. Sie passen ihre Prozesse an, um die eigenen Mitarbeiter zu schützen. Einige stellen die Produktion um, um dringend benötigte Güter herzustellen.

Gemeinsam gegen Corona

Auch viele Branchenverbände unterstützen bei der Koordination von Hilfsmaßnahmen. Zum Beispiel stellt der Verband der Chemischen Industrie (VCI) in Deutschland eine Internetplattform zur Verfügung, um die bundesweite Versorgung mit den zwischenzeitlich raren Handdesinfektionsmitteln zu organisieren.

Das Spezialchemieunternehmen Evonik beteiligt sich an dieser Plattform, hilft aber auch darüber hinaus. So sind Wasserstoffperoxid und Peressigsäure sowie das amphotere Tensid REWOCID® WK 30 wichtige Wirkstoffe für Desinfektionsmittel. Evonik spendet wiederholt große Mengen davon. Zum ersten Mal seit vielen Jahren stellt das Unternehmen auch wieder Desinfektionsmittel auf Alkoholbasis selbst her. Zunächst vor allem für den Eigenbedarf gedacht, versorgt das Unternehmen wenig später auch Krankenhäuser, Arztpraxen und weitere Einrichtungen in der Nähe vieler seiner Standorte damit.

Evonik stellt seinem Partnernetzwerk zudem kostenfrei Polyamid-12-Pulver für den 3D-Druck zur Verfügung. Die Partnerunternehmen drucken damit medizinische Geräte, die Krankenhäuser im Kampf gegen COVID-19 unterstützen – beispielsweise Schutzmasken oder Ventilatoren für Beatmungsgeräte.

Bei der Bewältigung der Krise in China unterstützte Evonik Partner vor Ort, indem es eine kostenlose Lieferung von Polyurethan-Additiven für die Herstellung von Matratzen für Krankenhäuser in Wuhan zur Verfügung stellte.

Schlüsselprodukte im Kampf gegen die Pandemie

Produkte des Unternehmens helfen an vielen weiteren Stellen: Seine Edelmetall-Pulverkatalysatoren werden von Pharmaunternehmen genutzt, um damit Wirkstoffe herzustellen, die in klinischen Studien zur Behandlung von COVID-19 getestet werden. Mit den liposomalen Wirkstofffreisetzungssystemen des Unternehmens, können Impfstoffe so formuliert werden, dass sie besonders gut wirksam sind.

Das Essener Spezialchemieunternehmen stellt zudem eine Reihe wichtiger Zwischenprodukte her, die nun besondere Bedeutung erlangen: etwa Laurylchlorid, einen wichtigen Ausgangsstoff für wässrige Desinfektionsmittel oder Hochleistungskunststoffe für Medizinprodukte. AEROSIL® R 816 ist eine spezielle Kieselsäure, die in alkoholischen Desinfektionsmitteln zusammen mit Carbomer für die notwendige Viskosität sorgt. Andere Kieselsäuren sind wichtige Bestandteile bei der Herstellung von Silikonschläuchen für Beatmungsgeräte. Mit tert-Butanol stellt Evonik auch einen Stoff her, der auch als Vergällungsmittel für Ethanol in Desinfektionsmitteln genutzt werden darf.

Im Juni 2020 – als dieser Text geschrieben wurde – ist die Pandemie noch nicht beendet. Zwar werden in vielen Ländern erste Einschränkungen gelockert, doch eine Impfung gegen Corona ist noch nicht in Sicht. Der gemeinsame Kampf gegen das Virus geht weiter.