Unternehmen

Nachhaltige „Kraft für Neues“

Die Evonik-Bienen in Darmstadt

Seit Ende Juni sind circa 10.000 Bienen bei Evonik in Darmstadt im Einsatz. Der erste Evonik-Honig könnte bei optimalem Wetter im Mai geerntet werden.

Seit diesem Sommer summt es außergewöhnlich viel bei Evonik in Darmstadt. Inmitten des gut 20 Quadratmeter großen Plätzchens im äußersten Osten des 16 Hektar großen Werks stehen zwei Bienenstöcke auf einer stabilen Holzkiste. In den Stöcken befinden sich jeweils etwa 5.000 Bienen. „Es können aber auch noch einige mehr sein. Das Bienenvolk sammelt und sichert zurzeit den Essensvorrat für die die bevorstehende Winterruhe – für sich und für ihre Königin, die es in der kalten Jahreszeit zu wärmen gilt“, schmunzelt Udo Drees. Der Hobby-Imker aus dem Landkreis Darmstadt-Dieburg blickt sichtlich zufrieden auf den ein- und ausfliegenden Insektenverkehr.

„Die Bienen fühlen sich pudelwohl hier“: Hobby-Imker Udo Drees neben den Bienenstöcken auf dem Werksgelände von Evonik in Darmstadt.
„Die Bienen fühlen sich pudelwohl hier“: Hobby-Imker Udo Drees neben den Bienenstöcken auf dem Werksgelände von Evonik in Darmstadt.

Aufgrund der optimalen Lage der Stöcke können die Bienen sofort über die Werksmauer hinweg in die Blütenwelt der benachbarten Gärten und Balkonen ausschwärmen. Die Bienen beziehen ihre Nahrung aus einem Umkreis von 2 bis 3 Kilometer rund um das Evonik-Werk. „Die fühlen sich pudelwohl hier, ich benötige noch nicht mal die Imker-Schutzbekleidung“, betont Drees, der sich mit den Gegebenheiten in Darmstadt bestens auskennt. Der Hobby-Imker betreut neben Evonik die Bienen der Technischen Universität Darmstadt im Schlossgraben, und kümmert sich auch die Produktion des „äußerst leckeren“ Blütenhonigs auf der Darmstädter Rosenhöhe. Ein „Ableger“ des Bienenstamms von der Rosenhöhe befindet sich seit Ende Juni bei Evonik im Einsatz.

Und wie geht es mit den Evonik-Bienen die nächsten Monate weiter? „Zur sicheren Einwinterung erfolgt voraussichtlich im Dezember eine zweite Behandlung gegen die Varoa-Milbe. Die Bienen wärmen dann die Königin und die Brut, und zwar den ganzen Winter über auf konstant 38° Grad. Sobald die ganz kalten Tage vorbei sind, fängt die Königin wieder an junge Bienen zu produzieren“, erläutert Udo Drees. Bei einem milden Frühling und ausreichend Tracht, sprich Bienenfutter, vermehrt sich das Bienenvolk sehr schnell und bereits Anfang April kann der Honigraum aufgesetzt werden. Bei optimalem Wetter könnte dann im Mai der erste Evonik-Honig geerntet werden. Aber das ist momentan noch Zukunftsgesumme…

Schwarz-gelber Wachstumsbereich: Bis zu 60.000 Bienen summten in diesem Sommer rund um die Stöcke, um sich am Evonik-Standort Darmstadt einzuleben und ausreichend Futter (Tracht) für den Winter einzulagern.
Schwarz-gelber Wachstumsbereich: Bis zu 60.000 Bienen summten in diesem Sommer rund um die Stöcke, um sich am Evonik-Standort Darmstadt einzuleben und ausreichend Futter (Tracht) für den Winter einzulagern.

Auf dem Werksgelände eines Chemieunternehmens wird gesunder und leckerer Honig produziert. Pollenallergiker (Heuschnupfen) können durch regelmäßigen Honigkonsum eine deutliche Linderung erhalten – vorausgesetzt, der Honig stammt aus der unmittelbaren Umgebung. Der Honigertrag ist pro Jahr sehr unterschiedlich. Dies hängt von der Trachtsituation (Bienenfutter) und dem Wetter ab. In schlechten Jahren sind es pro Volk 30 Gläser, in guten Jahren können es auch 100 Gläser sein. Vor dem Genuss des ersten Evonik-Honigs wird dieser im Labor eines Honiginstituts geprüft.