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SGB 14 Leben unter Wasser

Leben unter Wasser

SDG 14:

Herausforderung

Fast drei Viertel der Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt: Vom kleinsten Tümpel bis zum weitesten Ozean. Die Weltmeere nehmen im Ökosystem unseres Planeten eine Sonderstellung ein, weil sie zugleich Sauerstoff produzieren und Kohlendioxidsenke sind. Das Ökosystem „Meer“ ist jedoch heute vielfältig bedroht – von Vermüllung, Verschmutzung und Überfischung.Fischprodukte sind eine wichtige eiweißreiche Nahrung, hinter der ein gewaltiger Markt steht. Die Fischerei ist Existenzgrundlage für mehr als zehn Prozent der Weltbevölkerung. Ein Großteil davon in den Entwicklungsländern (Quelle: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung).
Die Lebensgrundlage vieler Fischerfamilien ist heute gefährdet. Neben der Artenvielfalt in den Meeren nehmen auch die Fischbestände dramatisch ab. Laut einer Studie der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen („The state of world fisheries and aquaculture“, 2016) sind bereits 90 Prozent der globalen Fischbestände in einem kritischen Zustand. Dies liegt an dem stetig steigenden Bedarf an Fischprodukten, der von 20 Millionen Tonnen im Jahr 1950 auf 167 Millionen Tonnen im Jahr 2014 angestiegen ist. Der Pro-Kopf-Verbrauch hat sich im gleichen Zeitraum von 5 auf ca. 20 kg erhöht und wird weiter zunehmen.
Da der Wildfischfang schon seit den 1980er Jahren stagniert, ist diese Steigerung vor allem auf Aquakultur zurückzuführen. Diese macht heute bereits fast 50 Prozent der Fischproduktion aus. Experten schätzen, dass dieser Anteil bis 2030 auf über 60 Prozent wachsen wird. Der Einsatz von Antibiotika und die Überdüngung des Wassers durch Futterreste und Kot konnten mit Hilfe von Impfungen, verbessertem Futter und effizienterer Fütterungstechnik deutlich reduziert werden. Dies gilt zumindest für die Regionen, in denen Aquakultur nach dem aktuellen Stand der Technik betrieben wird. Der Einsatz von Fischmehl und Fischöl im Futter bedeutet aber nach wie vor eine hohe Abhängigkeit von marinen Ressourcen. Diese Abhängigkeit zu verringern ist eine der zentralen Aufgaben, um Aquakultur nachhaltiger zu machen. 

Beitrag von Evonik

Evonik produziert Aminosäuren, die in der Aquakultur dem Fischfutter zugesetzt werden und es ermöglichen, den Anteil an Fischmehl zu reduzieren. Somit können verstärkt pflanzliche Proteinquellen zum Tragen kommen. Die bessere Futterverwertung minimiert die Ausscheidungen und trägt damit ebenfalls zur Gewässerentlastung bei. Und auch der Einsatz von Antibiotika kann durch die ausgewogenere Ernährung der Fische gesenkt werden.Ein von Evonik entwickeltes Dipeptid als Futtermittelzusatz verbessert die Effizienz und Nachhaltigkeit der Zucht von Garnelen und anderen Krustentieren. Diese haben ein völlig anderes Fressverhalten und Verdauungssystem als Fische. Das darauf speziell ausgerichtete Dipeptid wird nicht so schnell aus dem Futter ausgewaschen und erst im Verdauungssystem der Garnele aufgespalten. 
Ein Beitrag von Evonik zur Reduzierung von Überfischung ist auch die erfolgreiche Partnerschaft mit der Royal DSM zur Produktion von Omega-3-Fettsäuren. Gemeinsam haben beide Unternehmen ein Verfahren zur Herstellung dieser Fettsäuren aus natürlichen, nicht-marinen Quellen entwickelt – durch Nutzung von Meeresalgen mit Hilfe biotechnologischer Prozesse. Anwendungsbeispiele sind Lachs-Aquakulturen und Futter für Haustiere. DSM und Evonik werden ihre Omega-3-Fettsäuren am US-amerikanischen Standort Blair (Nebraska) herstellen. Die dort zurzeit in Bau befindliche Anlage soll 2019 die Produktion aufnehmen. 
Evonik ist darüber hinaus Mitglied der weltweiten Initiative „Operation Clean Sweep“, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Verschmutzung der Ozeane durch Plastik zu stoppen.