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Im Klassenzimmer der Zukunft


Im Raum schwebende Moleküle, chemische Reaktionen und Prozesse in Form dreidimensionaler Bilder: An der Elsa- Brändström-Realschule in Essen wird Chemie seit Kurzem zum Erlebnis. Denn in dem von Evonik gesponserten Cyber-Classroom sind die Schülerinnen und Schüler im Unterricht nicht nur dabei, sondern mittendrin. Im wahrsten Sinne des Wortes.


Auf den ersten Blick scheint es so, als ob Ravi Frewer ein neues Spiel an einer Konsole ausprobiert. Ausgestattet mit einer 3D-Brille bewegt er den Controller in seiner Hand vorsichtig zur Seite und wieder zurück, neugierig und zugleich kritisch beäugt von seinen Klassenkameraden. Und von Lehrer Andreas Roy-Werner. Denn der 15-Jährige Schüler steht nicht etwa in seinem eigenen Zimmer und er steuert auch keine Figur durch einen virtuellen Parcours. Vielmehr befindet er sich in einem Klassenraum der Essener Elsa-Brändström-Realschule und bewegt einen dreidimensionalen Zeigestock. Mit dem soll er nun die auf einer Leinwand zur Verfügung stehenden Chlor- und Natriumatome so zusammenstellen, dass daraus Natriumchlorid entsteht. Das besagt jedenfalls die Aufgabenstellung im rechten Teil des Splitscreens, die Ravi Frewer auch dazu auffordert, die entsprechende Reaktion im Funktionsraum durchzuführen. Ob er das richtig macht, sagt ihm die Reaktionsgleichung unterhalb des Funktionsraums. Begeht er einen Fehler, leuchtet ein rotes "Reset" auf und er muss das Ganze noch einmal neu anfangen.

Andreas Roy-Werner sieht den Versuchen von Ravi Frewer schweigend zu. Schließlich ist die Vorgehensweise in dem virtuellen Klassenraum selbst erklärend, die Bedienung intuitiv. "Und wie das Ganze gesteuert wird, wissen die Jugendlichen von ihren Spielkonsolen – oft besser als ich", lacht der Chemielehrer, der zugleich stellvertretender Rektor der Realschule ist. Bereits während des Pilotversuchs hat er festgestellt, dass sich durch den Cyber- Classroom die Motivation seiner Schüler erhöht und das Verständnis von chemischen Prozessen und Reaktionen gesteigert hat. "Weil wir nun leichter von der stofflichen Ebene aus dem Labor in die atomare Welt wechseln können."

Die Elsa-Brändström-Realschule in Essen ist eine von bundesweit vier Schulen, die Evonik mit solchen Cyber-Classroom-Stationen ausgestattet hat. Zu denen neben Hard- und Software (und den erforderlichen 3D-Brillen) auch mehrere neu entwickelte Chemie- Module gehören. In die (Weiter-)Entwicklung der Inhalte wurden und werden die beteiligten Schulen einbezogen. Während Evonik Hilfestellung in Sachen Chemie gibt, wird die Umsetzung von der Visenso GmbH in Stuttgart durchgeführt, die diese neuartige 3D-Lehr- und Lernumgebung entwickelt hat. Für Chemielehrer Roy-Werner besonders wichtig: "Wir können auf diese Weise eigene Themen in die Module einbringen." So wurde beispielsweise schon ein kleiner Film über die im Labor durchgeführte Verbrennung von Eisenwolle in das Modul eingestellt. Ein Versuch, der im virtuellen Chemieraum nun von der visuellen Ebene in die Molekül- und Theorieebene verlegt wird.

Für die Elsa-Brändström-Realschule mit ihren insgesamt rund 600 Schülerinnen und Schülern stellt der Cyber-Classroom eine ideale Ergänzung des Chemieunterrichts dar. Zum einen, weil es nur einen richtigen Chemieraum gibt. Zum anderen, weil man sich davon erhofft, mehr Schüler für den Chemieunterricht gewinnen und begeistern zu können. "Wir könnten so etwas als Schule nicht, dafür fehlt uns das Geld, aber auch die Struktur", weiß Andreas Roy-Werner.

Umso erfreuter ist er, dass "seine" Schule in das Sponsoring- Projekt von Evonik aufgenommen wurde. Zumal er sieht, wie das Konzept von seinen Schülern angenommen wird. Gerade hat Eissa Rashed Nasraalla den Controller übernommen und dreht ein Kugelteilchen-Modell dreidimensional um seine eigene Achse.Während er damit bestens klar kommt, findet er etwas anderes doch gewöhnungsbedürftig. "Der Unterricht läuft jetzt fast ohne Lehrer ab." Für schlimm hält er das nicht, nur eben für anders und neu. Das ist der Cyber-Classroom bei aller Begeisterung für die Bereicherung seines Unterrichts allerdings auch für Lehrer Roy-Werner. Er gibt im Hinblick auf den problemlosen und schnell erlernten Umgang seiner Schüler mit der Station offen und mit einem leichten Augenzwinkern zu: "Das funktioniert glücklicherweise langsam genug, dass ach wir Lehrer noch mitkommen." Der Cyber-Classroom ist das Klassenzimmer der Zukunft. Nicht nur in Chemie.

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