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Produkte & Lösungen

VESTENAMER® für Asphalt

Innovation im Straßenbau

Autoreifen gehören auf die Straße? Stimmt schon. Aber seit rund zwei Jahrzehnten finden sie sich auch immer häufiger in der Fahrbahn. Möglich wird das durch recycelte Altreifen und VESTENAMER® von Evonik, ein Prozesshilfsmittel für die Gummiindustrie.

Das Autobahnnetz in Europa fasst heute fast 75.000 Kilometer und wird stets ausgebaut. Neben dem Bau neuer Straßen ist deren Instandhaltung wichtig, um den Verkehr und damit auch das wirtschaftliche Wachstum aufrechtzuerhalten. Hinzu kommt: Innerhalb der Europäischen Union hat sich der Fahrzeugbestand pro 1000 Einwohner seit 1975 mehr als verdoppelt. Und auch immer mehr LKW rollen über die Straßen, die Achslasten werden höher.

Daher bleibt die Qualität und Haltbarkeit von Straßen ein wichtiges Thema. Ein sich abzeichnender Bedarf an Hochleistungsbaustoffen für Straßen, die Spurrinnen und Rissen vermeiden und damit Instandhaltungskosten reduzieren, rückt verstärkt ins öffentliche Bewusstsein. Gleichzeitig sind die Rohstoffkosten für Asphalt, im speziellen für Asphalt-Modifier, stark gestiegen und stehen im Widerspruch zum angestrebten Ziel, Straßen kostengünstiger zu bauen.

Ein von Evonik patentiertes Verfahren kann zur Lösung dieser Probleme beitragen und dabei den Zustand der Straßen verbessern: Dabei werden Altreifen zu Gummimehl recycelt und mit dem Polyoctenamer VESTENAMER® vermischt. Die Mischung wird zu Straßenbaubitumen oder Straßenbauasphalten hinzugegeben. Das Ergebnis: eine gummihaltige Asphaltmischung für den Straßenbau.

Diese wird den USA bereits seit vielen Jahrzehnten verwendet. Langzeitstudien haben dort eine deutliche Verbesserung der Haltbarkeit bewiesen. „Seit einigen Jahren wächst auch in Europa der Markt für elastomermodifizierten Straßenbelag“, sagt Frank Lindner, Sales und New Business Development Manager für VESTENAMER®. „Die positiven Eigenschaften sind offensichtlich, denn die Rissanfälligkeit der Straßendecke, Spurrinnen- und Schlaglochbildung werden erheblich vermindert – und der Lebenszyklus damit verlängert.“

Auch eine weitere Erfahrung spricht für einen Einsatz von gummimodifiziertem Bitumen: Das Gummimehl wird häufig auch für den offenporigen Flüsterasphalt eingesetzt, was Verkehrslärms reduziert. In wissenschaftlichen Studien wurde nachgewiesen, dass der Einsatz von höheren Gummimehlanteilen im Straßenbelag eine Lärmminderung um ein bis zwei Dezibel erzielen kann. Das sei ein großer Erfolg, da bereits eine Reduzierung um drei Dezibel wie die Halbierung des Verkehrsaufkommens empfunden werde.

„Mit der Wiederverwendung gebrauchter Autoreifen werden wertvolle Ressourcen gesichert“, sagt Dr. Sandra Reemers, verantwortlich für das Geschäft mit Spezialpolymeren. „Die Reifen werden nicht als Müll klassifiziert, sondern sind immer noch Wertstoff, der zum Beispiel auch nicht deponiert werden darf. Somit entfällt die Entsorgungsfrage: Statt die Reifen zu verbrennen, haben sie einen weiteren Lebensabschnitt im Straßenverkehr vor sich – wenn auch nicht PS-getrieben auf der Straße, sondern als Elastomer in der Straßendecke.“